Aus dem Bezirk Gelsenkirchen vom 8. Januar 2003:
Freuet euch! - Gedanken zum Wort
"Freuet euch!" Dieser Ausruf stand über dem Gottesdienst am 05. Januar 2003. Doch worüber sollen wir uns freuen? Im Gottesdienst haben wir dazu einiges gehört. Urs Schaefer-Rolffs hat sich vor, während und nach der Sonntagsschule seine Gedanken dazu gemacht und in einem kurzen Text zusammengefasst.
"Freuet euch"...
Heute ist es anders als sonst. Die Überschrift aus den Leitgedanken hat mich bereits VOR dem Gottesdienst bewegt. "Freuet euch" heißt es, ich erwarte ein besonderes Erleben. Da bittet der Vorsteher mich, in der Sonntagsschule Orgel zu spielen. In der Sonntagsschule warst du auch lange nicht mehr, denke ich, auch da kannst du dich freuen.
"Freuet euch"
Wie mag das zu einem Trauerfall passen, geht mir durch den Kopf, als ich von einem Heimgang höre. Vielleicht ist das ein besonders starkes Trostwort, denn es wird ja ein Wiedersehen geben.
"Freuet euch"
In der Sonntagsschule stellt der Vorsteher den Kinder die Frage, wie sie sich den Himmel vorstellen. Unter anderem kommt die Antwort: "Da wird nur Freude sein." Nach dem Gottesdienst begleite ich meinen Priester beim Bedienen von kranken Geschwistern. Er fasst den heutigen und den Neujahrsgottesdienst zusammen. Er erzählt vom der Demut und der Erhöhung, vom oberen Haus und der Freude darin. Einigen Geschwistern falle es schwer, sich zu freuen. Man müsse aber unterscheiden zwischen irdischer Freude (die vergänglich ist) und himmlischer Freude (die in der Ewigkeit Bestand hat). Dabei freue ich mich, in Erinnerung an die Sonntagsschule. Ich muss auch denken, dass man sich freuen will. Vielleicht reicht schon ein liebes Wort oder ein kleines Erleben, ein Händedruck oder eine Umarmung. Kaum ist dieses gedacht, spricht es mein Priester aus.
"Freuet euch"
Auf dem Heimweg kommen wir noch einmal im Gespräch auf die Heimat, das neue Jerusalem. Dort wird nur Freude herrschen, man kann anderen gar nicht böse sein. Es wird wohlig sein; eine Ahnung wäre das Gefühl am ersten Weihnachtstag. Im Kreise der Familie is(s)t man zusammen, weder Arbeit noch Schule beschäftigt einen, man fühlt sich einfach wohl. Auch ein Grund der Freude...
"Freuet euch!"
Ja, das stand nach diesem Sonntagmorgen in meinem Herzen, ein wirklich besonderes Erleben. Und das wünsche ich euch allen; man muss nicht unbedingt im Lotto gewinnen, um sich zu freuen, achtet mal auf die kleinen Dinge.
Urs
PS: Jetzt freue ich mich auf mein wöchentliches Fußballspielen.
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