Aus dem Bezirk NRW-Süd vom 6. November 2006:
Jugend-Entschlafenengottesdienst im NRW-Süden
Am Sonntag, 5. November, hielt Apostel Franz-Wilhelm Otten einen Entschlafenengottesdienst mit der Jugend seines Arbeitsbereiches in der Stadthalle Alsdorf. Da Bezirksapostel Armin Brinkmann den Stammapostel nach Südamerika begleitete und somit diesmal nicht die Handlung innerhalb der Gebietskirche durchführte, spendete Apostel Otten die Sakramente für die Seelen in der Ewigkeit. Mehr als 800 Teilnehmer erlebten den Gottesdienst.
„Guten Morgen, herzlich willkommen!“ So begrüßten Dorothee und Markus am Eingang der Stadthalle Alsdorf die Teilnehmer des Gottesdienstes. Ein Team von etwa 80 Jugendlichen habe diesen Tag selbstständig vorbereitet, berichtete Dorothee. Für viele hieß es früh aufstehen. Silvia (36), Kerstin (20) und Simone (23) waren zum Beispiel schon ab fünf Uhr in der Halle, um den Blumenschmuck herzurichten. Das Besondere: Wasser vor dem Altar! Zwei kleine Teiche, darüber eine Brücke, weiße Kerzen im Wasser stehend und Blumen, die darin schwammen.
Apostel Otten legte diesem Festgottesdienst der Jugend ein Wort aus Jeremia Kapitel 29, Vers 13 und Teile aus 14 zugrunde: "Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten."
Skandal
Der Apostel griff zuerst das Leitwort für den Gottesdienst auf: „O Seele, komm!“ Darauf Bezug nehmend erinnerte er an einen Gerichtsprozess im Jahre 1970. Im sogenannten „Contergan-Prozess“ wurde die Klage vieler durch das Medikament geschädigter Personen „wegen geringer Schuld" und „wegen geringer Bedeutung für die Öffentlichkeit der Bundesrepublik Deutschland" abgewiesen. „Wir wollen heute ein anderes Zeichen setzen – jede Seele ist wichtig“, betonte Apostel Otten.
„Wir wünschen uns für eine jede Seele, dass sie durch die Liebe Gottes ein Leben in Freiheit und Frieden führen kann“, so der Wunsch des Apostels. Genau dabei könnten wir dann auch durch unsere Gebete eine Hilfe sein, die Initiative ergreifen und eine Brücken bauen. Auch wenn es Zeit, Kraft und Liebe koste, riet Apostel Otten, den Seelen im Jenseits Liebe und Mitgefühl entgegen zu bringen.
Am Ball bleiben
Als Voraussetzung für die Seelen, Erlösung zu finden, nannte Apostel Otten vier Eigenschaften: Die Sündenschuld einzusehen, Hass und Unversöhnlichkeit zu überwinden, die erlösende Kraft in Jesus Christus zu erkennen und die Hinnahme der Sakramente durch einen Apostel.
Bezirksevangelist Frank Zisowski betonte im Mitdienen, dass uns die Ewigkeit sicher oftmals näher sei als wir ihr. Auch bestünde die Gefahr, bei der Vielfalt der uns unter anderem durch die Medien zugetragenen Todesfälle „abzustumpfen“, so dass sich Nachlässigkeit einschleiche und wir vieler Seelen nicht mehr gedenken würden.
Bischof Horst Krebs zeigte dann noch einmal die Parallelen des Glaubens- und Lebenswegs auf. „Alles, was einem im Leben begegnet, prüft der Glaube. Alles, was über den Glauben geht, gibt Kraft für den Lebensweg!“ Oft sei es auch so, dass der liebe Gott uns einen Verstand gibt und das Herz fordert, äußerte Bischof Krebs. „Erst das Herz ist es, das die Stoßrichtung vorgibt und Bewegung schafft“! Bewegung, die auch die Seelen brachen, die den Glauben an einen lebendigen Gott verloren haben.
Suppenküche
Zur Vorbereitung der Spendung der Sakramente trug ein kleiner gemischter Chor von Jugendlichen „O Seele komm“ vor. Gleichzeitig wurden die Kerzen rund um den Altar entzündet und drei Bücher nach vorne getragen. In diese hatten die Gottesdienst-Teilnehmer die Namen derer geschrieben, denen sie besonders gedenken wollten.
Nach dem Gottesdienst ging es nicht sofort nach Hause. Viele Jugendliche nutzen die Gelegenheit zum Gespräch und ließen dabei den Gottesdienst und das ein oder andere Erleben Revue passieren. Auch für das leibliche Wohl war an diesem Sonntag gesorgt. Helfer des Deutschen Roten Kreuzes hatten im Hof der Stadthalle ein „Suppen-Zelt“ aufgebaut und versorgten alle kostenfrei mit Erbsensuppe.
Sabine (24) aus Köln war begeistert von diesem besonderen Gottesdienst. „Es war mal eine ganz andere Atmosphäre als sonst, die Location sehr ansprechend. Ich habe heute Morgen viele Denkanstöße bekommen, mich doch wieder intensiver auf den nächsten Entschlafenengottesdienst vorzubereiten.“
Bisherige Besucherkommentare:
vom 7. November 2006, 15.40 Uhr
Interessanter Bericht. Die Geschichte mit dem Contergan Prozess ist aber irreführend. Eine Klage der Betroffenen kann nicht wegen fehlenden öffentlichen Interesses oder wegen geringer Schuld abgewiesen werden. Dies sind Begriffe aus dem Strafprozess, in welchem der Staat seinem ANspruch auf Strafe nachgeht. Bei der Klage von Betroffenen handelt es sich aber um eine zivilrechtliche Frage. Eine Abweisung erfolgt hier allenfalls als unbegründet oder unzulässig. Also bitte nicht Äpfel mit Birnen verwechseln.
vom 8. November 2006, 00.26 Uhr
Hallo Alexander, der Bericht ist ja sehr kurz. Ich war dort und habe auch einen ausführlicheren Bericht. Nach meinem Empfinden hat der Apostel nicht Äpfel mit Birnen vergleichen wollen. Er hat auch die Stiftung erwähnt, die der Hersteller gegründet hat. Er wollte in seinem Gedanken darauf hinweisen, dass uns keine einzige Seele egal sein soll. Der Prozeß wurde wegen „einer geringen Bedeutung für die Öffentlichkeit der Bundesrepublik Deutschland" eingestellt, dass hat er auch deutlich gesagt.
Gruß Markus
vom 14. Februar 2007, 23.06 Uhr
Mich begeistert bis heute der visuelle Eindruck vom Altar - das war einfach fantastisch!
Aber auch die Zielgruppen habe ich nicht ganz aus den Augen verloren. Denken wir immer noch daran? mit einmal beten ist oft nicht viel getan, denke ich...
Liebe Grüße
Michael
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