Aus dem Bezirk Detmold vom 10. November 2003:
Bezirksjugend-Entschlafenengottesdienst: Ein Vollmaß an Liebe

Der 2. November 2003 war für die Jugend der Bezirke Detmold, Herford, Minden und Bielefeld ein ganz besonderer Tag. Zum ersten Mal erlebten wir einen Entschlafenengottesdienst nur für die Jugend. Auf die Frage „Warum?“ gab unser Apostel Wiktor die schöne Antwort: „Weil ich euch so lieb habe!“
Zum Eingang sangen wir das Lied Nr. 197 aus unserem Gesangbuch: „O komm mit mir!“ Das Textwort dieses Gottesdienstes steht im 140. Psalm, im 13. Vers: Denn ich weiß, dass der Herr des Elenden Sache führen, und den Armen Recht schaffen wird. Um einen solchen Gnadentag zu begehen ist es notwendig, sich von allem, was gefangen und gebunden hält zu lösen. Der Apostel erinnerte an den Engel, der Lot aus Sodom führte. „Und Lot zögerte!“ – Der Engel ergriff seine Hand und ließ sie erst wieder los, als Lot aus der Stadt war. „Gib mit die Hand, die meine geb’ ich dir, denn zum Himmel reisen wir.“ Dafür ist es erforderlich, dass nichts Persönliches mehr im Herzen vorhanden ist, sondern nur noch ein Vollmaß an Liebe, Barmherzigkeit und Aufmerksamkeit. Auch das Dienen unseres Apostels war an diesem Sonntagmorgen nur Liebe und es herrschte eine besondere Stille, in der jeder für sich seine ganz besondere Verbindung zur Ewigkeit herstellte – an die Seelen dachte, an die sonst niemand denkt, die keine Antwort kriegen, wenn sie fragen, die nicht vermisst werden, wenn sie fehlen.
Unser Apostel stellte uns die Frage: „Was heißt es eigentlich 'elend’ zu sein?“ Elend heißt, niemals in seinen Sünden Gnade gefunden zu haben. Man denke an Lazarus und den reichen Mann, der elendig seine Qualen litt; oder im Natürlichen an die Strände Rios, wo in den Strandhütten die Ärmsten der Armen hausen müssen. Wie viel mehr bedeutet es dann erst in der Ewigkeit elend sein zu müssen?!
Unser Bezirksapostel sagte uns an diesem Tag, „Du bist der Engel, der jenen, die unvorbereitet in die jenseitige Welt ziehen mussten, an die Hand nimmt und zum Himmel führt.“ Unvorbereitet zum anderen Ufer zu gehen ist mit das Schlimmste was passieren kann. Vor allem viele junge Menschen, die bei Katastrophen oder Unfällen plötzlich diese Erde verließen, haben nichts vorzuweisen. Ja, sie haben vielleicht eine höhere „Instanz“ akzeptiert, aber einen gefestigten Glauben hatten sie in der Regel noch nicht. Deswegen sollten wir an den Kreuzen am Wegesrand nicht vorüber gehen und die leisen Klopfzeichen nicht überhören.
In dem Gottesdienst herrschte eine besondere, heilige Atmosphäre und Ruhe, dass unser Apostel sagte, er sei sogar ein bisschen stolz auf "seine" Jugend. Es war ein schöner und sehr bewegender Gottesdienst.
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