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Aktualisiert: 4. Oktober 2010, 18.00 Uhr

Inhalt

Aus dem Bezirk Bonn vom 25. Mai 2004:

Ritterspiele in Satzvey - „Glaube leitet uns durchs Leben“


Burg Satzvey
Ap. Brinkmann am Strohaltar
Der Chor in Satzvey
Picknick bei Sonnenschein
"Die Projektgruppe" Comedy

„Die meisten von euch habe ich wohl versiegelt“, sagte Apostel Armin Brinkmann schmunzelnd am Ende des diesjährigen Open-Air-Gottesdienstes vor den Mauern der Burg Satzvey. Zu Beginn seines 22. Amtsjahres als Apostel diente er den Jugendlichen aus den Bezirken Aachen, Bonn, Köln-Ost und Köln-West vor der historischen Kulisse.

Bereits zum zweiten Mal trafen sich die Jugendlichen des Arbeitsbereiches von Apostel Brinkmann zum Open-Air-Gottesdienst in Satzvey. Diesmal spielte das Wetter jedoch bis zum Mittag nicht ganz mit. Bei 12 Grad, bewölktem Himmel und kaltem Wind kam warmer Kleidung und Decken eine besondere Bedeutung zu. Nur ab und zu kam die Sonne für wenige Minuten hervor – aber die Tribünen lagen im Schatten. Trotzdem waren mehrere Hundert mutige Jugendliche trotz der Wettervorhersage angereist – entsprechend warm gekleidet natürlich.

Oberthema des Sonntags war der Glaube. Passend dazu las Apostel Brinkmann ein Textwort aus dem Markusevangelium, dem 9. Kapitel und 23. Vers vor: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Und so kam der Apostel schon früh zum Motto des Tages: Glaube leitet uns durchs Leben. Der Apostel ging im weiteren Dienen auf den vierten Vers des Eingangsliedes 308 ein: Lerne deinem Gott vertrauen. Dies sei eine Notwendigkeit; in allen Lebenslagen. Der Apostel fragte die Jugend nach ihrem Gottesbild. Ist Gott für uns nur Nothelfer, wenn es mal nicht so gut geht? Ist er nur Krankenheiler oder Partnerbeschaffer? „Wenn wir Gott nur als Wünscheerfüller sehen, dann werden wir oft enttäuscht“, so Brinkmann. Wir wollen ihm auch geistliche und seelische Wünsche mitteilen. Lernen, Gott zu vertrauen und zu verstehen. Und: Bete für die Stärkung des Glaubens!

Apostel Brinkmann zog Parallelen zu Mose und seinen Erlebnissen in der Wüste nach der Verbannung aus Ägypten. Bei der Begegnung mit dem brennenden Strauch habe er seinen Weg verlassen, um den Herrn zu erleben. „Bleibt nicht auf der eingefahrenen Spur“, rief der Apostel der Jugend zu. „Bringt euch ein. Jeder mit seinen Fähigkeiten.“ Mose zog nach Aufforderung seine Schuhe aus. „Lassen wir uns aus den Gewohnheiten herausholen“, so sein Ansporn an die Jugendlichen. Zusammenfassend forderte Apostel Brinkmann die Jugend auf, Gott zu antworten, wenn er ruft. Man könne zwar manches Mal mit ihm verhandeln, aber wir wollen das tun, was er am Ende sagt.

Im Mitdienen fragte Bezirksevangelist Joachim Rösler nach den Konsequenzen nach diesem Jugendgottesdienst: „Warten wir jetzt auch auf den brennenden Dornbusch oder haben wir die Aufforderung verstanden?“. In Anspielung auf den in der Sonne liegenden Altar und die Stuhlreihen der Bezirksämter und Jugendbeauftragten, konnte sich der Bezirksevangelist eine Bemerkung nicht verkneifen: „Ihr könnt auch in der Sonne sitzen. Ihr müsst nur im richtigen Moment ja sagen.“

Nach dem Mittagessen – dieses Jahr stand Selbstverpflegung auf dem Programm, auch wenn der Apostel anbot, seine Frikadellen mit Hungrigen zu teilen – präsentierte die Jugend aus Bonn „Die Projektgruppe“, eine lustige Talkrunde skurriler Figuren im Stil von Sieben Tage, Sieben Köpfe. Die Diskussionen um die Abschaffung des Mittwochabend-Gottesdienstes, die Einführung einer Frauenstunde mit Namen „Sister Act“ und das Thema Glauben endeten mit einer Standpauke für die ewigen Nörgler, denen alles zu viel wird: „Kommt irgendetwas Neues auf uns zu, hagelt es erstmal Kritik. Je mehr Events organisiert werden umso mehr Fehler passieren. Man darf den Glauben nicht an den Äußerlichkeiten fest machen. Das hat doch nichts mit dem Glauben zu tun. Manchmal denke ich: Je mehr Veranstaltungen es gibt umso weniger Jugendliche machen mit. Vielleicht weil Sie sich geärgert haben. Sucht doch keine Fehler, schaut über Sie hinweg – auf das Wichtigste: Es geht um deine Beziehung zu Gott. Es geht um deinen Glauben.“

Die Veranstaltung endete – endlich in den Strahlen der warmen Sonne – beim gemütlichen Faulenzen auf der Wiese oder Ballspielen. Die Kälte des Morgens war daher schnell vergessen.

Dabei standen die Zeichen in der Nacht noch auf Absage der Veranstaltung. Heftige Regenfälle in den frühen Morgenstunden ließen die Organisatoren schwitzen. Die Ausweichmöglichkeit Köln-Ehrenfeld wurde erwogen. Doch nach dem Anruf in Dortmund beim Apostel stand das Ergebnis fest: Der Gottesdienst findet statt. „Ich habe erst den lieben Gott und dann das Internet befragt“, begründete Apostel Brinkmann seine Entscheidung zu Beginn des Gottesdienstes. Er habe aus der Wettervorhersage für zehn Uhr ein regenfreies Gebiet über Satzvey errechnet. Auch ein Nachschlagen in der Bibel führte zu einem aufmunternden Wort: „Ihr werdet große Freude haben“. So stand dem Ereignis am Ende nichts mehr im Wege. Und das warme Wetter im Nachmittag unterstrich die Aussagen des Gottesdienstes: Vertraue deinem Gott – auch wenn es manchmal schwer ist.


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