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Aktualisiert: 4. Oktober 2010, 18.00 Uhr

Inhalt

Aus dem Bezirk NRW vom 1. Juli 2004:

Das Jugendgremium im Interview


Das Jugendgremium
Die Interviewrunde
Gespräche vor dem Gebäude
Vorbereitungen
Bi. Otten im Interview

Anfang des Jahres hat das neue Jugendgremium seine Arbeit aufgenommen. Apostel Günter Wiktor und Bezirksälteeste Dieter Kruse haben die Verantwortung für die Jugend nach vielen Jahren an das jüngere Team abgegeben. Weiterhin dabei ist Bezirksevangelist Frank Ziesowski. Hinzu kommen die Bischöfe Wolfgang Schug und Manfred Bruns. Leiter des Gremiums ist Bischof Franz-Wilhelm Otten.

JO: Ein neues Jugendgremium in Nordrhein-Westfalen – wird jetzt alles anders?

Bischof Otten: Wir haben als Jugendgremium mit Beginn des Jahres 2004 die Arbeit von Apostel Günter Wiktor, Bezirksältesten Dieter Kruse und Bezirksevangelist Frank Zisowski übernommen, die das über viele Jahre hinweg sehr bewährt getan haben. Aus dieser Dreiergruppe ist BEV Zisowski erhalten geblieben und wir können auf seine Erfahrungen zurückgreifen. Uns ist ganz wichtig, dass wir in der Jugendarbeit in NRW Kontinuität sehen. Wir wollen auf keinen Fall mit dem Jahreswechsel und mit dem Wechsel der Gesichter und Namen im Jugendgremium eine Änderung in der Jugendarbeit verstanden wissen. Wir stehen mit Apostel Wiktor und Bezirksältesten Kruse in ganz engen Kontakt, sprechen mit ihnen und sind uns ihrer Unterstützung sicher.

JO: Die Arbeit im Jugendgremium – heute Abend ist ein solches Treffen. Wir oft kommt ihr innerhalb des Gremiums zusammen?


Bischof Schug: Bisher haben wir uns einmal monatlich getroffen. Wir haben natürlich mit etwas Zeitverzug die dringend nötigen Vorbereitungen für den Jugendtag begonnen. Wir werden auch zukünftig aktuelle Dinge im monatlichen Treffen zusammen kommen.

Bischof Bruns: Daneben sind wir auch im Bischofs- und Apostelkreis häufig zusammen. Und dann nutzen wir natürlich auch einmal das gemeinsame Mittagessen und bespricht das eine und andere im Jugendgremium. Wir pflegen also einen intensiven Gesprächsaustausch.

JO: Innerhalb des Jugendgremiums sind viele Themen zu besprechen. Nun gibt es seit Jahresbeginn drei neue Gesichter. Wie kann sich die Jugend die Arbeitsteilung vorstellen. Welche Themen gibt es, wer ist wofür zuständig.

Bezirksevangelist Zisowski: Wir haben bisher kein Ressortprinzip gekannt und wir praktizieren es auch in diesem Gremium nicht. Das ist der Grund, weshalb wir so intensiv den Austausch suchen. Wir möchten die Themen, die zu besprechen sind und die Planungen gerne im Team machen. Da kann man manches fernmündlich machen; Richtige Planung passiert, wenn wir zusammen sitzen. Welche Themen sind zu besprechen? Wenn man sich den Kalender anschaut, dann ist so ein Rahmendatenplan in NRW schon immer ganz schön prall: Jugendtag, Seminare, Jugendfreizeit in Darfeld, Jugendgottesdienste mit besondere Aktivitäten … das sind dann aber nur die organisatorischen Dinge. Die Seelsorge umfasst viel mehr. Vielleicht werden wir in ein paar Jahren über Aktivitäten sprechen, die wir heute noch nicht kennen, wo der Impuls hier im Gremium wach geworden und dann an den Bezirksapostel weitergegeben wurde. Wir bemühen uns, diese neuen Impulse direkt bei der Jugend aufzunehmen. Ein Impuls ist noch keine Idee und kein Plan; diese Umsetzung findet dann statt, wenn wir zusammen sitzen und versuchen einen praktikablen Vorschlag zu gestalten.

JO: Wie findet die Jugend Platz in der Arbeit des Jugendgremiums?

Bischof Otten: Am Beispiel des Jugendtages können wir das ganz konkret festmachen: Die Jugend ist da – ich denke, das hat sich inzwischen herumgesprochen – recht stark einbezogen. Wir haben in der Planung des Jugendnachmittages – so nennen wir die Feierstunde am Nachmittag – eine Gruppe von neun Jugendlichen gebildet. Und in dieser Gruppe besprechen wir die gesamte Organisation der Feierstunde. Das Motto ist in dieser Gruppe bekannt gegeben, so dass sich die Jugend sehr gezielt mit dieser Programmgestaltung auseinandersetzen kann. Es ist uns wichtig, dass die Jugend stark eingebunden ist. Darüber hinaus nehmen wir vermehrt Gedanken und Meinungen aus der Jugend über viele Gremien, Foren und Gesprächen auf und bauen diese in die Jugendarbeit ein. Wir wollen viel Kontakt mit Jugendlichen haben.

Bischof Schug: In diesem Sinne haben wir schon eine gewisse Änderung und wir ein kleines Novum haben, dass Jugendliche Verantwortung für die Gestaltung des Nachmittags übernehmen und das am Vormittag das Orchester nur noch aus Jugendlichen besteht. Das sind dann vielleicht kleine Dinge, die am diesjährigen Jugendtag auffallen werden.

JO: Wir haben jetzt ein wenig über die organisatorische Arbeit gesprochen. In der Jugendarbeit wird immer sehr viel Wert auf Seelsorge gelegt. Für welche Gruppe seid ihr als Seelsorger verantwortlich? Für die Jugend oder die Jugendleiter?

Bischof Bruns: Unsere Aufgabe ist die Koordination der Jugendarbeit in NRW. Also direkte seelsorgerische Tätigkeit an jugendlichen Herzen ist Aufgabe in den Gemeinden. Da gibt es den Jugendleiter vor Ort; Es soll ja jeder Jugendliche einen Jugendleiter haben, zu dem er Vertrauen hat und der ihn versteht. Dies kann man nicht für das ganze Land – auch nicht mit einem Vierer-Gremium – leisten. Gerne stehen wir mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um grundsätzliche Probleme geht. Wobei man auch sagen muss, dass es den Vorsteher und die Bezirksämter, den Bischof und Apostel gibt. Einzelne, individuelle Seelsorge für Jugendliche kann nicht unsere Hauptaufgabe sein.

Bezirksevangelist Zisowski: In der Vergangenheit ist das ja bereits ganz genauso gewesen. Einzelfälle haben sich einfach immer mal ergeben, dass kann sein. Das es auch mal ein Problem gab, wo es Not tut, dass von weiter weg einmal geholfen wird. Aber wir wollen keine weitere Institution neben dem Jugendleiter sein. Das wäre auch nicht in unserem Sinne.

JO: Wenn auch die Einzelseelsorge nicht möglich ist: Die Seelsorge zielt auch in die Vorbereitung der Regionalen Jugendstunde hinein. Gibt es spezielle Ausarbeitungen für die Jugendleiter vor Ort?

Bischof Bruns: Es gibt ja die bekannten „Gelben Seiten“ für die Jugendleiter. Eine der durchgreifensten Veränderungen in der Jugendpflege 2004 ist, dass wir diese nun per E-Mail versenden, also „Gelbe Mails“. Die Inhalte dieser Seiten sind auch in der Vergangenheit durch das Gremium alter Art erstellt worden. Es wird auch weiterhin so sein, dass wir uns mit den Inhalten der Regionalen Jugendstunden zu befassen haben. Es ist aber insofern Licht am Horizont zu sehen ist, dass in dem von NAKI zu erwartenden Jugendkonzept bereits Thematiken für Regionale Jugendstunde vorhanden ist.

JO: Gerade ist bereits das internationale Jugendkonzept angesprochen worden. Das ist ja für dieses Jahr angekündigt. Welche Impulse werden kommen? Was kann die Jugend in NRW erwarten?

Bischof Schug: Der Bezirksapostel hat das Jugendkonzept im Kreis der Jugendleiter gerade erst vorgestellt. In den Gemeinden sind teilweise sehr kleine Jugendkreise mit nur zwei oder drei Jugendlichen. Es werden zukünftig die Kreise etwas größer gefasst werden, so dass ein Jugendkreis auch über den Gemeindebereich hinausgeht. Es sollen lebensfähige, schöne Jugendgruppen entstehen. Darüber hinaus soll zukünftig jeder Jugendliche zu einem Jugendleiter, zu einem Ansprechpartner seines Vertrauens, einen Bezug aufbauen und halten können. Das wird noch im Detail zu definieren sein … aber er soll sich verstanden fühlen, zu Hause sein. Zu einem Novum in dem Jugendkonzept zählt sicherlich, dass auch Schwestern in der Jugendarbeit mitwirken können und den Jugendleitern, der auch weiterhin ein Amtsträger bleiben wird, deutlich zu unterstützen. Für die Einzelheiten der Umsetzung wird bestimmt noch die zweite Jahreshälfte vergehen; wir sind aber alle sehr gespannt!

Bezirksevangelist Zisowski: Besonders toll finde ich, dass dieses Jugendkonzept nicht nur einfach herausgegeben werden soll, sondern sehr viel Wert auf die Implementierung gelegt wird. Man darf sich das nicht so vorstellen, dass die Jugendleiter zukünftig ein paar Ordner mehr bekommen und darin gründlich lesen sollen, sondern es ist Bestandteil des Konzepts, dass es sehr gründlich vorgestellt wird. Dazu zählen auch so ganz profane Dinge, wie die Jugendleiter können sich mit unterschiedlichen Unterrichtsstilen beschäftigen, die bislang nicht weiter gecoached wurden.

JO: Steht für das Jugendkonzept ein konkreter Einführungstermin fest?

Bischof Otten: Nach der Verabschiedung durch die Bezirksapostelversammlung, wurde festgelegt, dass das Konzept im Herbst den Jugendbeauftragten der Ältestenbezirke vorgestellt wird. Dafür gibt es auch schon einen konkreten Termin: Den 5. Oktober 2004. Und dann soll auch zügig damit begonnen werden, es Anfang 2005 in den Gemeinden umzusetzen.

JO: Das Jugendkonzept soll ein internationales Jugendkonzept sein. Ist es tatsächlich so, dass es ein Jugendkonzept auf der ganzen Welt gibt? Oder gibt es regionale Beschränkungen?

Bezirksevangelist Zisowski: Dieses Konzept ist auch für den Bereich Nordamerika mit erarbeitet worden. In Afrika gibt es sicherlich in der Jugendarbeit, so wie wir sie kennen, Situationen, die wir nicht kennen. Es gibt aber dennoch das grundsätzliche Bestreben der Vereinheitlichung. Regionale Besonderheiten sind aber auch weiterhin wünschenswert.

Bischof Schug: Es ist im Werk Gottes eigentlich generell eine große Herausforderung, diese Globallösungen zu finden. Das Werk Gottes hat halt nicht mehr den Nabel in Deutschland.

JO: Auch dieses Jahr wird es wieder Aktivitäten für die Jugend geben. Stichwort Jugendseminar: Welches Thema erwartet die Jugend?

Bezirksevangelist Zisowski: „Du hast es in der Hand!“

JO: Eine neue Einrichtung ist der Jugendabend beziehungsweise Mottoabend. Sind diese Aktionen auch in 2004 wieder vorgesehen? Wie war die NRW-weite Resonanz?

Bischof Bruns: Ja, Mottoabende sind auch in diesem Jahr wieder geplant. Den Bezirken ist es freigestellt, diese auch wieder regional anzubieten. Ich selbst habe letztes Jahr auch daran teilgenommen. Es war ein voller Erfolg.

JO: In den Steckbriefen, die ihr uns zur Verfügung gestellt habt, sind zwei Berufe genannt, die uns aufgefallen sind: Rechtsanwalt und Polizeibeamter. Gibt es Verbindungen zwischen diesen Tätigkeiten und der Jugendarbeit, die wir noch nicht kennen?

Bezirksevangelist Zisowski: Nein! Zum Glück nicht.

Bischof Bruns: Ich hoffe, dass ich als Kriminalbeamter mit den Jugendlichen dienstlich nichts zu tun haben werde.

Bischof Schug: Einen Rechtsanwalt im Jugendgremium zu haben, liegt sehr nahe. Es war ein besonderer Auftrag unseres Bezirksapostels an uns, dass wir „Anwalt der Jugend“ sein mögen; uns also für die Bedürfnisse der Jugendlichen einzusetzen. Ich empfinde es als Bereicherung, dass wir einen Anwalt im Gremium haben.

JO: Wie schafft ihr die Nähe zur Jugend? Wie kann die Jugend sicher sein, dass sie bei euch richtig aufgehoben ist?

Bezirksevangelist Zisowski: Wir hoffen einfach, dass es sich auch zukünftig so schön weiterentwickelt, wie das auch in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Man kann aber bei den vielen Jugendlichen auch mit einem Vierer-Gremium nicht zu Jedem einen persönlichen Kontakt aufbauen. Das wird jeder verstehen. Im Laufe des Jahres gibt es aber viele Begegnungen und Gesprächsmöglichkeiten, von denen rege Gebrauch gemacht wird. Darüber hinaus sind die Jugendbeauftragten gute Multiplikatoren.
Wenn ihr fragt, ob die Jugend sich gut bei uns aufgehoben fühlt, dann fragt am besten die Jugend selbst. Das können wir heute Abend nicht beantworten, aber wir wünschen uns das sehr!

Bischof Schug: Wir bemühen uns, die größeren Veranstaltungen persönlich zu begleiten. Beispielsweise das Jugend-Sinfonie-Orchester, die Chorwochenenden, die Treffen der regionalen Jugendbeauftragten … und überall werden wir hinein sehen und zuhören.

Bischof Otten: Wir haben uns auch vorgenommen, weiterhin zu Bezirksjugendgottesdiensten und Seminaren zu fahren. Auch am Jugendtag und bei weiteren Begegnungen ergibt sich manche Gelegenheit zu Gesprächen. Und wir können die Jugend nur ermutigen, auf uns zuzukommen und mit uns zu reden.

JO: Das Highlight des Jahres ist und bleibt sicherlich der Jugendtag. Was erwartet den Jugendlichen?

Bischof Bruns: Es wird der Event des Jahres werden – davon gehen wir einfach aus. Was den Jugendlichen erwartet? Einen freudigen, einen spritzigen, einen begeisternden Bezirksapostel Leber! Es wird ja der erste Jugendtag sein, den er in Oberhausen halten wird. Es gibt freudige Gemeinschaft – etwa 10.000 Teilnehmer werden erwartet – und ein abwechslungsreiches Nachmittagsprogramm, an dem auch Jugendliche mitgearbeitet haben.

JO: Kommen wir zum Ende der Talkrunde. Habt ihr einen Satz für die Jugend in NRW!

Bezirksevangelist Zisowski: Ich wünsche ganz persönlich jedem Glaubenserlebnisse!

Bischof Bruns: Ich denke an ein Jugendtagsmotto: „Du bist dabei – bleibe dabei“ - das wünsche ich jedem Jugendlichen.

Bischof Otten: Wir wollen gemeinsam freudig zum Ziel gehen.

Bischof Schug: Bezirksapostel Engelauf in Ruhe sagt einmal: „Wenn man auch das eine und andere noch nicht ganz verstehen: Bitte weitergehen!“ Habt einfach Vertrauen, und geht einfach einen Schritt weiter mit!


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