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Aktualisiert: 4. Oktober 2010, 18.00 Uhr

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Aus dem Bezirk Bochum vom 10. August 2004:

Meppen 2004 - Müssen – Wollen – Dürfen


Vor der JHB
Autofahren macht Spaß
Feuer in der Nacht
Cheerleader
Die ganze Mannschaft

Anfahren – Bremsen – Stehen – Anfahren – Bremsen – Stehen.
Das Schalten in den 2. Gang lohnt sich nicht wirklich. Der hoffnungsvolle, weit nach vorn gerichtete Blick aus dem Fenster erkennt auch nur das, was die Laune eines jeden Autofahrers stark nach unten zieht. Ein Auto reiht sich an das nächste: Stau! Ein nicht unbedingt schöner Anfang für einen Wochenendausflug.

Aber… In diesem Stau stehen einige Autos in denen trotzdem eine Bombenstimmung herrscht. Die Insassen sind hauptsächlich Jugendliche aus dem Bezirk Bochum. Einige Autos kommen aber auch aus Gelsenkirchen, Herne, Velbert, Recklinghausen, Wuppertal oder Hamm. Sie alle haben an diesem Tag ein Ziel: Das Jugend- und Kulturgästehaus in Meppen.
Hier treffen sich die insgesamt 148 (!) Teilnehmer der Mehrtagesfahrt 2004 (kurz: MTF '04) nach knapp dreistündiger Anfahrt, um die folgenden vier Tage miteinander zu verbringen.
Eine zeitaufwendige und arbeitsreiche Vorbereitung durch das Bochumer Organisationsteam, (kurz: O-Team) sowie eine Menge Vorfreude, sind dieser Fahrt voraus gegangen.

Der erste Tag ist nach der Ankunft am Nachmittag mit Zimmer beziehen, Anlage besichtigen und Kuchen essen bis in den Abend gut ausgefüllt. An diesem Tag bekommen die Jugendlichen aber auch zwei Aufgaben für die kommenden vier Tage:
Zum einen liegt in jedem Zimmer ein weißes T-Shirt, wobei es Aufgabe der jeweiligen Zimmerbewohner ist, auf dieses Shirt von jedem Teilnehmer der MTF eine Unterschrift zu bekommen. Zum anderen sollen die Bewohner eines jeden Zimmers ein persönliches Türschild anfertigen. Durch die Aktion mit den T-Shirts hat man plötzlich einen Grund Menschen anzusprechen, mit denen man zuvor kaum Worte gewechselt hat. So ist zumindest ein Pärchen bekannt, welches sich durch diese Aktion gefunden hat.
Bei dem Entwerfen der Türschilder sind den Jugendlichen in ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die schönsten, aufwendigsten und kreativsten Schilder werden mit einer Einladung zum Brunch bei dem Bezirksjugendbeauftragten Joachim Ender prämiert. Von diesem Versprechen angetrieben setzten sich die einen hin und schreiben ganze Gedichte auf ihr Türschild, andere fällen mal eben einen Baum um ein ungewöhnlich großes und auffälliges Türschild vor ihrer „Behausung“ anzubringen.

Die erste Nacht ist, genau wie die beiden folgenden, für die meisten sehr kurz. Dem wenigen Schlaf zum Trotz, treffen sich jeden Morgen um 7 Uhr bereits einige - mehr oder minder - Sportbegeisterte zum Joggen. Und spätestens beim Frühstück kann man dann auch die anderen Nachteulen sichten.
Der Freitag ist von mehreren Aktionen geprägt. So finden sich zunächst einige Gruppen welche sich in unterschiedlichen Darbietungsformen mit dem Motto „Müssen – Wollen – Dürfen“ beschäftigen um den Mottoabend zu gestalten, der für Samstagabend geplant ist.
Für den Nachmittag sind ein Fußball- sowie ein Volleyballturnier angesetzt, wobei wirklich alle Beteiligten eine Menge Spaß haben. Selbst die in der Sonne liegenden Zuschauer fühlen sich sichtlich wohl und haben anschließend höchstens mit eingefangenen Sonnenbränden ein kleines Problem.
Highlight des Tages - und für einige auch der Spaß-Event schlechthin - ist der Show-Evening. Die Jugendlichen werden in Gemeindegruppen unterteilt und aus jeder Gruppe treten jeweils zwei „Prominente“ bei „1, 2 oder 3 goes Pisa“ gegeneinander an. Allgemeinwissen, Bibelkenntnisse und Knobelaufgaben bringen die Vertreter der Gemeinden ins Schwitzen. Und natürlich wird hier weder untereinander geholfen noch vorgesagt. Und wenn, dann nur aus reiner Nächstenliebe, versteht sich. Überraschenderweise (oder auch eben nicht) gewinnt hier die Gruppe der Gäste. Das heißt solche, die eben nicht aus dem Bezirk Bochum kommen. Diese Gewinner werden dann, zu einem späteren Zeitpunkt nach der MTF, zu einem großen Spaghetti-Essen eingeladen.
Während der Gedenkpausen der Kandidaten (nennen wir es einfach mal so) bekommen die Zuschauer verschiedene, doch äußerst amüsante Sketche auf der Leinwand zu sehen. Außerdem noch etwas, das die „Gerüchteküche“ auf www.o-team.de doch wohl sehr zum brutzeln bringen dürfte: Die allgemein bekannte, amerikanische Show „MTV-Dismissed“ wird unglaublich originalgetreu von drei Jugendlichen imitiert und sie werden dabei von der Kamera begleitet. Nach zwei romantischen Dates, zwei heiklen Time-outs und reiflicher Überlegung muss die weibliche Kandidatin die schwere Entscheidung treffen. Natürlich entscheidet sie sich für den lieben, ruhigen, fast schüchternen Kandidaten. Nach neuesten Erkenntnissen fällt sie diese Entscheidung zu Recht, denn auch aus diesem Spiel geht später ein schönes Pärchen hervor.
Nach diesem sehr lustigen Abend wird draußen ein Lagerfeuer angezündet. Hier finden sich dann noch einige Jugendliche und lassen irgendwann den Abend ausklingen. Andere versammeln sich spontan um das Klavier in der Herberge und singen zusammen.

Der Samstag ist der Tag vor der Abreise, aber trotzdem noch voller Ereignisse. Nach dem Frühstück wird zunächst eine Jugendchorprobe für den geplanten Mottoabend, sowie für den Gottesdienst am nächsten Morgen, abgehalten.
Am Nachmittag soll ein großes Fußballspiel stattfinden. Die Mannschaft aus Meppen empfängt die Mannschaft aus Bochum. Um beide Mannschaften ausreichend zu unterstützen, werden vorher Fan-Workshops veranstaltet. Während die künftigen Cheerleader an ihrer Performance feilen, sind andere fleißig dabei Pompons für sie zu basteln. Das Spiel kann kommen! Die erste Halbzeit des Spiels sieht für die Bochumer auch ganz gut aus und sie gehen 0:2 in Führung. In der zweiten Halbzeit können die Meppener jedoch ihren Heimvorteil geltend machen und das Spiel endet unter Jubel der Fans mit 4:2 für Meppen. Die Bochumer Spieler werden von ihren treuen Cheerleader mit „Ihr wart trotzdem gut..“ -Gesang vom Platz begleitet.
Nach der Rückkehr vom Fußballplatz wird es in Erwartung auf den Mottoabend etwas ruhiger.
„Müssen – Wollen – Dürfen“ ist das Motto der gesamten Mehrtagesfahrt und insbesondere das Motto dieses Abends. Wie sorge ich dafür, dass ich etwas „will“, was ich zuvor „musste“, und wie schaff ich es, sogar sagen zu können: „ich darf das“?! Nachdem sich die einzelnen Gruppen ja im Vorfeld mit dem Motto auseinandergesetzt haben, tragen sie nun ihre Ergebnisse in unterschiedlichen Formen vor.
So gibt es dann einen Vortrag in Referatform, welcher das Thema einmal sehr theoretisch aufarbeitet, eine Talkrunde, in welcher das Motto einen Bezug zum alltäglichen Leben bekommt, eine Powerpoint-Präsentation, die das Ganze visualisiert und einen nachdenklich stimmt, und eine schauspielerische Darbietung, welche in aufgelockerter Form ebenfalls Bezug zum realen Leben nimmt. Umrahmt wird das Ganze von jeweils passenden Musikvorträgen des Jugend- Chores und Orchesters.
Zum Abschluss des Mottoabends singen alle Teilnehmer gemeinsam das Lied „Das Gotteshaus ist unsere Lust“ mit sichtbarer, ehrlicher Überzeugung im Gesicht.
Mit diesen Eindrücken lässt man dann den Abend ausklingen.

Der letzte Tag mit dem Gottesdienst wird von den meisten Teilnehmern als absolutes Highlight der Mehrtagesfahrt 2004 bezeichnet! Noch ein wenig früher als die Tage zuvor stehen die Jugendlichen auf und packen ihre Taschen, wenn sie es nicht schon am Vortag getan haben. Nach dem letzten Frühstück in der Herberge macht man sich auf den Weg zu einer großen Scheune, wo der Gottesdienst für die Teilnehmer der MTF, sowie für die Jugendlichen aus dem Bezirk Oldenburg, stattfinden soll. Die Scheune wurde am Vortag von einigen Jugendlichen mit Blumenschmuck etc. für den Gottesdienst hergerichtet.
Der Gottesdienst wird vom Bezirksältesten Lanzendörfer aus Oldenburg gehalten und liegt unter dem Textwort aus Psalm 34, Vers 6: „Die auf ihn sehen werden strahlen vor Freude“.
Kernaussage des Gottesdienstes ist, dass wir uns am Werk Gottes erfreuen sollen und unseren Glauben „strahlend“ nach außen tragen sollen.
Nach dem wirklich sehr bewegenden Gottesdienst versammeln sich nochmals alle zu einem großen, gemeinsamen Gruppenfoto draußen vor der Scheune. Anschließend bleiben sie noch ein wenig bei Grillwurst und Cola zusammen.
Einen schöneren Abschluss der MTF '04, als diesen Gottesdienst kann man sich nicht vorstellen und so machen sich irgendwann allmählich alle zufrieden, glücklich und vor allem strahlend auf den Heimweg.

Nach der Fahrt ist das Feedback der Jugendlichen durchweg positiv, was die Vorfreude auf die Mehrtagesfahrt 2005 nur noch größer macht!
Für mich persönlich ist dieses Wochenende eine der schönsten Erinnerungen der letzten Zeit. Selten fühlt man sich so sehr geborgen und gut aufgehoben wie innerhalb einer solchen Gemeinschaft!


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