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Aktualisiert: 4. Oktober 2010, 18.00 Uhr

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Aus dem Bezirk NRW vom 26. Juni 2005:

Unter Adlers Flügeln – Stammapostel Leber predigt im Bonner Plenarsaal


Nach dem Gottesdienst - Teil 3
Nach dem Gottesdienst - Teil 3
Nach dem Gottesdienst - Teil 3
Nach dem Gottesdienst - Teil 2

Seinen letzten Gottesdienst als verantwortlicher Kirchenpräsident für die Gebietskirche Nordrhein-Westfalen hielt Stammapostel Dr. Wilhelm Leber am 26. Juni 2005. Er diente im ehemaligen Bundestag in Bonn mit dem Wort aus Maleachi 3,18: „Ihr werdet am Ende doch sehen, was für ein Unterschied ist zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.“

Zu Gottesdienstbeginn sangen die versammelten Geschwister das Lied 192 „Du, unser Haupt, Herr Jesu Christ.“ Der Gottesdienst wurde neben NRW auf Albanien, Aserbaidschan, Georgien, Lettland, Litauen und Portugal übertragen.

Göttliche Liebe und Nächstenliebe

In Bezug auf den besonderen Gottesdienstort, das Bundeshaus Bonn, sagte Stammapostel Leber, dass in diesem geschichtsträchtigen Gebäude viele Gesetze beschlossen und verabschiedet worden seien. Wir würden auch unter einem Gesetz stehen, dem Gesetz der göttlichen Liebe. „Dieses Gesetz muss aber auch praktiziert werden. Lasst es Realität werden und nicht nur einen frommen Wunsch bleiben.“, rief der Stammapostel auf. Er zitierte Jakobus 2,8: „Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift (3. Mose 19,18): «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst», so tut ihr recht;“ und forderte auf, täglich Zeichen der Liebe zu setzen und sich von Gottes Liebe berühren zu lassen.

Adler und Gottvertrauen

Den Bundesadler im Rücken ging Leber auf den Begriff Adler ein: „Ein Adler steht für Kraft. In Jesaja 40 heißt es ,aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler´. Lasst uns uns mit Gottes Kraft im Glauben empor schwingen wie Adler.“ Der Stammapostel kennzeichnete das „Harren auf den Herrn“ als ein intensives Warten mit unbedingtem Vertrauen in den Herrn. Ein Beispiel dafür sei auch David. Dieser hatte ein vertrauensvolles Verhältnis zu Gott. Als er gesündigt hatte, durfte er sich seine Strafe aussuchen: er hatte die Wahl zwischen eine drei Jahre währende Hungersnot in seinem Land, drei Monaten Flucht vor seinen Widersachern oder drei Tage Pest in seinem Land. David entschied sich, sich in die Hand Gottes fallen zu lassen (2. Samuel 24, 11-17). „David hatte Vertrauen trotz seiner Sünden. Egal, was in der Vergangenheit war, habt Mut euch in Gottes Hände fallen zu lassen und so euer Gottvertrauen unter Beweis zu stellen. Gott macht alles gut!“, ermunterte der Stammapostel.

Gottesfurcht, Gnade und Selbstbilanz

Mit Blick auf das Textwort erläuterte Wilhelm Leber, dass auch Gottesfürchtige Leid und Ungerechtigkeiten erleben würden: „Um die Prophetenworte mit meinen Worten zu sagen: Am Ende werdet ihr sehen, dass das doch ein Unterschied ist. Lasst uns das Ende im Licht des Neuen Testaments sehen: der Tag des Herrn, die Wiederkunft des Gottessohnes. Das ist der Unterschied zwischen den Gotteslosen und den Gottesfürchtigen.“ Im Alltag sehe man nur die momentane Situation und frage sich oft, ob Gott einen verlassen habe. So war es auch im alten Bund, als sich auch erst am Ende herausstellte, dass Noah klug gehandelt hatte. Ebenso zwischen David und Saul wurde der Unterschied erst am Ende sichtbar.

Als Gerechten definierte der Stammapostel denjenigen, der im Glauben nach dem Herrn fragt und die Gnade Gottes ergreift. „Ergreifen wir die Gnade Gottes wirklich? Oder sind wir zu sorglos?“, fragte Dr. Wilhelm Leber. „Die Gnade zu ergreifen bedeutet, sich seiner eigenen Schwächen bewusst zu sein. Dazu muss man auch mal in sich selbst hineinhorchen und auch nüchtern Bilanz ziehen. Heutzutage wird man oft sehr großzügig mit seinen eigenen Schwächen. Das blockiert allerdings den Weg zur Gnade. Gnade fließt nur, wenn man sich seiner Unvollkommenheit bewusst ist. Bittet den Herrn, dass er euch auch eure verborgenen Fehler zeigen möge.“

Gott dienen

„Wie dient man Gott?“, fragte Stammapostel Leber. „Gilt das Textwort nur den Amtsträgern? Nein! Ich erinnere gerne an die Jesuworte: ,Wer mir dienen will, der folge mir nach.´ Das heißt, dass jeder dem Herrn dienen kann, denn jeder kann Jesus nachfolgen.“ Als Jesus in der Wüste versucht wurde, habe er konsequent gehandelt. Dienen sei auch konsequent: „Man muss sich dafür entscheiden. Gott und zugleich dem Mammon dienen, das geht nicht. Als Mammon bezeichne ich das, was uns im täglichen Leben in Besitz nehmen kann. Zu dienen heißt also, eine klare Entscheidung zu treffen.“, so der Stammapostel weiter. Weiterhin nahm er Bezug auf die biblische Hannah. Sie habe mit 84 Jahren im Tempel Gott gedient, zu ihm gebetet und gefastet. Auch im Alter könne man also Gott dienen. Als Fasten bezeichnete Dr. Leber das Meiden irdischer Geistesquellen und die gleichzeitige Zuwendung zum Herrn.


Gezäumte Zunge, Hilfe für alle und falsches Dienen

„Wenn jemand meint, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern betrügt sein Herz, so ist sein Gottesdienst nichtig“, (Jakobus 1,26). Stammapostel Leber forderte die Gemeinde auf, Selbstkontrolle zu üben, vorsichtig und bedacht zu reden und im gegenseitigen Miteinander rücksichtsvoll zu sein.
Vorbereitend auf den Entschlafendengottesdienst am kommenden Sonntag zitierte der Stammapostel Leber die Aussage Jesu: „Wahrlich, ich sage euch: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“, (Matthäus 25,40). Dienen heiße auch, denen zu helfen, die Hilfe brauchen, ob in der Gemeinde oder in der jenseitigen Welt. Dem Nächsten zu dienen bedeute auch Gott zu dienen.

Doch neben dem positiven Dienen gäbe es auch ein falsches Dienen, so Dr. Leber weiter. Paulus schieb in Römer 16, 17-18: „Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, dass ihr euch in acht nehmt vor denen, die Zwietracht und Ärgernis anrichten entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und euch von ihnen abwendet. Denn solche dienen nicht unserm Herrn Christus, sondern ihrem Bauch; und durch süße Worte und prächtige Reden verführen sie die Herzen der Arglosen.“

Auf einer Ebene mit seinen Geschwistern

Bezirksapostel Wilfried Klingler aus Niedersachsen ging in seiner Co-Predigt zunächst auf die Besonderheit im Bundeshaus ein. Hinter dem inmitten des Plenarsaal platzierten Rednerpult-Altars stehend betonte Klingler, dass es wunderschön sein, mit den Geschwistern auf einer Ebene zu stehen und teilweise auch zu ihnen aufzuschauen. „In diesem geschichtsträchtigen Haus sind viele Worte gesprochen und viele Entscheidungen getroffen worden. Gerne erinnere ich in diesem Zusammenhang an die Prophetenworte ,Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.´“.

Dankbarkeit und Zuversicht

Als Dankbarkeit charakterisierte der Hannoveraner Bezirksapostel die „Antwort eines gläubigen Herzens auf Gottes Handeln“. Verbindungen zu Gott würden oft gelöst werden, wenn man die momentane Situation nicht verstehe. So sei es auch bei dem Propheten gewesen, der sagte: „Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten. Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen, als ich sah, dass es den Gottlosen so gut ging.“ (Psalm 73, 2-3). Dann aber sei er in den Tempel gegangen und habe den Unterschied gesehen, sodass er enden konnte: „Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott, den Herrn, dass ich verkündige all dein Tun.“ (Psalm 73, 28). Klingler forderte die Gemeinde auf „Harre auf Gott! Gerade auch im Alltag, wenn du es noch nicht verstehst.“

„Einander dienen!“

„Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.“ (1. Petrus 4,10). Bezirksapostel Klingler erläuterte, dass Gaben auch Aufgaben seien: „Wenn Gott etwas gibt, wird jede Gabe gleichzeitig zu einer Aufgabe. Es geht hier nicht um ordinierte Ämter, es geht darum, dass jede Schwester und jeder Bruder von Gott besondere Talente bekommen hat.“ Wenn wir uns bewusst machen würden, wie viele Gaben wir zum Beispiel in unseren Geschwistern haben, die musizieren oder den Blumenschmuck gestalten, dass könne jeder danken. „Dankbarkeit treibt zum Handeln.“
Bezug nehmend auf den Anfang des Textwortes sagte Klingler: „Wenn man auf das Ende schaut, handelt man entsprechend.“ Er beendete sein Dienen mit dem Psalmwort: „Herr, lehre mich doch, dass es ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss.“, (Psalm 39,5).

NRW wieder unter selbstständiger Leitung

Vor der gemeinsamen Feier des heiligen Abendmahls diente noch Apostel Wolfgang Eckhardt aus Süddeutschland mit. Nach dem Abendmahl für die Entschlafenden ordinierte der Stammapostel den bisherigen Apostel Armin Brinkmann zu seinem Nachfolger als Bezirksapostel für Nordrhein-Westfahlen. Der bisherige Bischof für die Bezirke Aachen, Bonn, Köln-Ost und Köln-West, Dr. Franz-Wilhelm Otten, wurde zum Apostel ordiniert. Er wird den bisherigen Arbeitsbereich von Armin Brinkmann in Deutschland übernehmen.

Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen stehen von nun an nicht mehr unter der Leitung eines gemeinsamen Bezirksapostels. Am 10.07.2005 wird Stammapostel Dr. Wilhelm Leber in der Gemeinde Pasewalk den jetzigen Apostel Karlheinz Schumacher zum Bezirksapostel für die Gebietskirche Norddeutschland ordinieren.

Nach den Ordinationen beendete der Stammapostel den Gottesdienst mit dem Dreifachen Segen und Gebet.


(18 Fotos aus Galerie 1, 4 und 7 wurden uns freundlicherweise von Peter Prengel zur Verfügung gestellt.)



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