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Aktualisiert: 4. Oktober 2010, 18.00 Uhr

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Aus dem Bezirk NRW vom 26. Juni 2007:

Interview: Bischof Boccardo über die Weltjugendtage


Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage
Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage
Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage
Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage
Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage
Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage
Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage
Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage
Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage
Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage
Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage
Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage
Interview: Bischof Boccardo über Weltjugendtage

Zwei Jahre nach dem Weltjugendtag der katholischen Kirche in Köln und zwei Jahre vor dem Europa-Jugendtag der Neuapostolischen Kirche in Düsseldorf hat JO-Korrespondentin Jessica Krämer den katholischen Bischof Renato Boccardo in Rom getroffen, um mit ihm über seine Erfahrungen von Großveranstaltungen wie einem Weltjugendtag und seine Arbeit im Vatikan zu sprechen.

Bischof Boccardo (54) war in den vergangenen Jahren neben seiner Aufgabe als päpstlicher “Reisemarschall” unter anderem für die Organisation verschiedener Weltjugendtage der Katholischen Kirche zuständig. Er arbeitet heute als Sekretär für den Gouverneur des Staats Vatikanstadt.

Monsignore Boccardo, sie waren einige Jahre im Päpstlichen Laienrat für die Jugendarbeit zuständig und deshalb maßgeblich an der Organisation einiger Weltjugendtage – zuletzt 2005 in Köln – beteiligt. Wie haben Sie diese Großereignisse erlebt?

Ich war neun Jahre für die Jugendpastoral im Laienrat verantwortlich. Durch diese Aufgabe war ich für die Organisation der Weltjugendtage von Denver, Manila, Paris und Rom verantwortlich. Als ich dann in den Folgejahren die päpstlichen Reisen organisierte, habe ich parallel die Weltjugendtage in Toronto und Köln mitorganisiert.

Die Weltjugendtage sind etwas Außergewöhnliches. Sie wurden durch die Intuition und Passion von Papst Johannes Paul II. als Institution aus seiner Passion für die Jugend heraus ins Leben gerufen. Die Weltjugendtage sind ein Angebot der Katholischen Kirche für die jungen Leuten heute: Um zusammen zu kommen, um die Lehre zu hören und den Glauben zu leben.

Was erreicht die Katholische Kirche damit?

Die Weltjugendtage scheinen eine Form zu sein, die perfekt in die heutige jugendliche Welt passt. Trotz der unterschiedlichen Situationen, in denen sich die jungen Leute befinden: Sie sind nicht alle gleich, sie haben nicht die gleiche Empfindsamkeit und nicht alle die gleiche Bildung. Der Weltjugendtag als Angebot der Kirche bietet die Möglichkeit, Fragen rund um die eigene Person im Glauben zu vertiefen. Aus meiner Sicht sind die Weltjugendtage eine sehr gute Idee. Papst Johannes Paul II. hat der Katholischen Jugend damit ein besonderes Geschenk hinterlassen.

Bringen solche Veranstaltungen die Jugendlichen näher zum Papst und zur Kirche?


Ich glaube ja. Wir haben gesehen, wie alle Generationen und insbesondere die Jugendlichen sich mit der Figur des Papstes Johannes Paul II. verbunden fühlten. Er gab ihnen Vertrauen, ging ihnen im Glauben voran. Und die Weltjugendtage haben die Jugend wirklich näher an die Person des Papstes gebracht.

Auch näher zur Kirche?

Ja natürlich! Aus der Verbindung zum Papst wurde auch eine Verbindung mit der lokalen Kirche, mit den Gemeinden und ihren Bewegungen für die Jugendlichen. Das ist nicht alleine die Person des Papstes, aber er ist die erste Figur und um ihn herum ist die Kirche und die Jugendlichen sind die Gläubigen. Folglich ist es ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einem Volk.

Wie sieht die Jugendarbeit heute aus?

Es gibt die Bemühung der Kirche, als Institution der Jugend entgegen zu kommen. Das geschieht nach dem Beispiel und dem Ansporn von Johannes Paul II. Aber: Die Jugendarbeit ist nicht immer ganz einfach, weil unsere Gesellschaft der Jugend Ziele bietet, die einfacher zu erreichen sind als die Ziele, die das Evangelium vorgibt. Es gibt ein anspruchvolles und strenges Element der Kirche, welches der Jugend mehr verlangt. Die Jugend findet dafür nicht immer sofort die Annahme im Glauben.

Ich glaube aber, dass ein fruchtbarer Dialog zwischen der Kirche und den Jugendlichen besteht. Eine Jugend, die heute – möglicherweise mehr als zu anderen Zeiten – auf der Suche nach Werten ist, die von einer starken Motivationen getrieben wird. Die Kirche bietet diese Werte. Auf diese Weise haben wir diesen fruchtbaren Dialog. Die Ergebnisse sind verschieden – mal größer, mal kleiner – aber natürlich positiv, weil die Jugend das Bedürfnis hat, nach den tieferen Gründen für die Existenz zu suchen.

Kann man einen Aufbruch spüren?

Ich denke ja. Natürlich ist nicht alles einfach, nicht alles ist unmittelbar, denn es gibt schwierige Zeiten, die zu überwinden sind …

Welche Schwierigkeiten gibt es?


Es gibt große Mentalitätsunterschiede: Unsere westliche Gesellschaft bietet der jungen Generation Lebensmuster, die leicht zu verwirklichen sind und die zu einem Leben führen, das innerlich aber immer mehr geistesarm wird. Man muss dieser Realität entgegenwirken. Die Kirche will der Jugend höhere Ziele vor Augen führen: einen Weg der persönlichen, menschlichen und christlichen Selbstverwirklichung. Dieser verlangt aber Mühe und Entbehrung – das ist in der heutigen Denkweise nicht üblich. So ein Leben als „Selbsteroberung“ erfordert natürlich Opfer- und Bekehrungsfähigkeit. Das ist vielleicht das Schwierigste. Unsere Welt wird immer oberflächlicher und geistabwesender. Aus diesem Grund müssen wir der Jugend einen Weg vorschlagen, der in die Gegenrichtung weist.

Der Vatikan ist es gewohnt, mit Menschenmassen umzugehen, beispielsweise auf dem Petersplatz in Rom. Wie kommen Großveranstaltungen wie der Weltjugendtag, aus Ihrer Sicht bei der Jugend an?


Köln war ein sehr guter Jugendtag. Jeder Weltjugendtag ist einzigartig. Die Predigt des Papstes wurde positiv aufgenommen und es gab eine Verbindung zur Jugend, zur Kirche und zum Papst. Natürlich war die Predigt nicht einfach, der Papst ist ein Theologieprofessor. Entsprechend ist seine Predigt anspruchsvoll gewesen. Aber das Wichtigste ist, dass die Jugendlichen die Möglichkeit haben, das aufzunehmen und zu verinnerlichen, was der Papst sagt. Man muss ihnen helfen, die Predigt richtig zu verstehen, denn die Predigt ist sehr wichtig für das christliche Leben. Die Jugend braucht jemanden der ihnen hilft und sie begleitet wie zum Beispiel der Priester in der Gemeinde, die christlichen Bewegungen oder die Leiter der Verbände und Gruppen und so weiter ...

Die Neuapostolische Kirche veranstaltet 2009 einen Europa-Jugendtag in Düsseldorf, zu dem rund 40.000 Jugendliche erwartet werden. Die Kirche hat bisher noch keine Erfahrungen mit solch großen Veranstaltungen. Was können Sie den organisatoren mit auf den Weg geben?


Das Wichtigste ist, dass sie eine Richtung festlegen. Sie können nicht an alles denken und alle Details organisieren. Vielleicht sind es nur ein oder zwei wichtige Punkte, über die man sich klar sein muss. Die Organisatoren müssen also zuerst eine Auswahl treffen, was sie den Jugendlichen mit auf den Weg geben wollen: Welche Botschaft. Und dann muss man bedenken, was um den Jugendtag herum organisiert werden muss. Wie können die Jugendlichen anreisen, wie kommen sie von A nach B, wo kann man übernachten, wo kann man Essen anbieten ...  – eben die wichtigsten Dinge fixieren, so dass sich die Jugendlichen keine Gedanken um organisatorische Details machen müssen. Aus meiner Erfahrung heraus kann man nicht alles bis ins kleinste Detail organisieren, sondern wirklich nur die wichtigen Dinge!

Ihre Aufgabe war es dann, den gesamten Überblick bei der Organisation des Events zu behalten?

Genau. Auch wenn sie „nur“ 40.000 Jugendliche haben, können sie nicht alles vorbereiten. Aber sie haben für Essen zu sorgen, für ausreichend Toiletten, Busse, Übernachtungsmöglichkeiten. Das ist sehr wichtig. Aber sie können natürlich nicht sagen, dass 1.000 Personen um 13.15 Uhr gleichzeitig an einen Punkt zum Essen kommen sollen. Das geht vielleicht bei 100 Personen. Also können sie nur sagen, zwischen 13 Uhr und 14 Uhr werden wir hier und da jeweils Essen ausgeben.

Die Organisatoren des Europa-Jugendtags haben sich bereits im Weltjugendtags-Büro in Köln erkundigt, um deren „Know-how“ auch für unseren Jugendtag nutzen zu können ...

Ja, es ist sehr wichtig zu hören, welche Erfahrungen mit dem Weltjugendtag gesammelt wurden. Natürlich müssen Sie erst mal bei Null anfangen. Aber das Weltjugendtags-Büro hat natürlich schon die ganzen praktischen Erfahrungen hinter sich. Das ist sehr gut, dass sie da waren. Ich wünsche Ihnen für den Europa-Jugendtag viel Erfolg!

Bischof Boccardo, herzlichen Dank für das Gespräch.

Zur Person:

Bischof Renato Boccardo wurde 1952 in Turin als einziges Kind der Familie geboren. Nach dem Abitur trat er mit 18 Jahren ins Priesterseminar in Turin ein und wechselte später nach Rom, um an der Gregoriana-Universität zu studieren. 1977 wurde er zum Priester geweiht. 1982 trat er dann als Diplomat in den Dienst des Vatikans und war in den Nunziaturen der Länder Bolivien, Kamerun und Frankreich tätig. Danach war er kurzzeitig Assistent von Erzbischof Piero Marini, dem Zeremonienmeister des Papstes, bevor er in den Päpstlichen Rat für die Laien wechselte. Danach organisierte er zwei Jahre lang die Papstreisen als „Reisemarschall“ und war Sekretär des „Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel“. 2004 wurde er zum Bischof geweiht, seit 2005 ist er der Generalsekretär des Gouverneurs des Vatikanstaates.

Wenn es seine Zeit zulässt, liest er (neben der Bibel) Bücher zu kirchlichen Themen und Persönlichkeiten. Natürlich auch Bücher des gegenwärtigen Papstes Benedikt XVI. wie zum Beispiel „Salz der Erde“, aber auch sehr gerne Geschichtsbücher. Er liebt klassische Musik und wenn er die Möglichkeit hat, spielt er Tennis oder geht er auch mal in der Nähe von Rom in den Bergen Skifahren.


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Bisherige Besucherkommentare:

1: Marcel (23) aus Dortmund-West
vom 28. Juni 2007, 16.01 Uhr
Das war mal interessant sowas zu lesen . Ich wünsche uns auch das der EU-Jugendtag ein voller Erfolg wird.
 

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